der arbeitsmarkt | 23.01.2012 | Text: Sandra Kyburz
Lukas Tonetto, 39 Jahre, Texter und Inhaber The Trigger GmbH, Zürich
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Meine Befinden heute früh war geprägt von einer neugierigen Erwartung. Grundsätzlich komme ich morgens gut aus dem Bett. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich mich vor rund drei Jahren selbständig gemacht habe.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Bei The Trigger GmbH bieten meine Geschäftspartnerin und ich Designs und Texte jeglicher Art an. Als Mitinhaber der Firma gefällt mir natürlich, dass ich mein eigener Chef bin. Die gedankliche Unabhängigkeit, sowohl textlich als auch konzeptionell, befriedigt mich. Ich kann mir heute die Zeit nehmen, eine Idee oder ein Projekt zu verfolgen, und verschiedene Lösungswege ausprobieren. Den schmerzlosesten Weg zu suchen und zu gehen, ist einer der Vorteile, wenn man in der Selbständigkeit steht. Was mir darüber hinaus auch gefällt, ist der auf gegenseitigem Respekt stattfindende Austausch mit meiner Geschäftspartnerin.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Meine Aufgabe ist das Texten. Manch einer hat das Gefühl, das Schreiben sei einfach. Wenn Kunden am Schluss meinen, sie wüssten es besser, ist das mühsam. Permanente Kritik und negative Bescheide auf unsere Vorschläge – und das obwohl der Kunde kaum eine genaue Vorstellung davon hat, was er braucht – zehren ebenfalls an meinen Nerven. Und natürlich sind unbeglichene Forderungen von uns ein Ding der Unmöglichkeit. Glücklicherweise kommt das aber nicht oft vor.
Welchen Stellenwert hat Arbeit in Ihrem Leben?
Einen grossen. Das ist einerseits positiv, aber andererseits auch negativ. Ich glaube, das Tätigsein liegt in der menschlichen Natur. Ich habe mich auf einem Gebiet selbständig gemacht, das mir schon während meiner Kindheit viel Freude bereitet hat. Negative Auswirkungen ergeben sich, wenn ich mich in meiner Arbeit verliere und Familie und Freunde vernachlässige. Es kann passieren, dass ich private E-Mails vier Monate lang nicht beantworte. Ich versuche aber dieser negativen Seite Gegensteuer zu geben.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Da ich nicht in einem starren Arbeitsprozess gefangen bin, kann ich mir meine Freizeit so einteilen, dass es für mich durchaus genügt. Meinen Texten sieht man schliesslich nicht an, wann sie entstanden sind. Es liegt in meiner Verantwortung, wenn ich an einem Sonntag im Büro bin, dafür aber am Montag erst am Nachmittag erscheine. Und da mich niemand kontrolliert, kann ich mir auch den Luxus leisten, mitten im Arbeitstag eine kleine Fahrradtour zu unternehmen, dabei den Gedanken freien Lauf zu lassen, um dann voller Elan und mit neuen Ideen wieder zurück an die Arbeit zu gehen.