der arbeitsmarkt | 10.10.2011 | Text: Thomas Kümin

Blitzlicht

Sabrina Spychiger, 24, Lehrerin, Hedingen

Blitzlicht
Foto: Thomas Kümin

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Während der letzten zwei Tage hatten sie meine Schüler Theaterstücke bei meiner Kollegin geprobt. So war ich gespannt, welche Darbietungen sie geben würden. Es ging um ein präventives Thema: Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit dem «Anderssein» auseinander und schrieben kleine Drehbücher, wie man positiv und negativ mit fremden Menschen umgehen kann. Diese Storys spielten sie vor, und mir gefiel das Theater sehr gut.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Mein Beruf ist abwechslungsreich, und ich mag es, immer wieder fröhliche Kinder um mich zu haben. Tagtäglich werde ich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die 25 Schülerinnen und Schüler halten mich auf Trab. Es ist immer schön zu sehen, wenn die Kinder Lernfortschritte machen. Beim Vermitteln des Lehrstoffs muss ich zudem verschiedene Altersgruppen berücksichtigen. Das macht meine Arbeit noch reizvoller.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?

Dass ich nicht immer meine Schulstunde so durchführen kann, wie ich will. Manchmal nimmt ein Streit unter den Kindern überhand. Dann muss ich zuerst das soziale Problem lösen, bevor ich mit dem Schulstoff weitermachen kann. Tief durchatmen muss ich manchmal auch, wenn sich die Sitzungen des Lehrerkollegiums häufen.

Welchen Stellenwert hat Arbeit in Ihrem Leben?

Einen grossen. Denn Arbeit bedeutet für mich Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Abgesehen davon wäre es mir langweilig und ich wäre unterfordert, wenn ich nicht arbeiten könnte.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?

Ja und nein. Zu viel Freizeit wäre auch nicht gut. Mein Beruf bietet mir genug Raum, um meine Zeit ausserhalb des Schulzimmers zu geniessen und zu planen.

 
 
 

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