der arbeitsmarkt | 07/2011 | Text: Paola Pitton

Komplexer Brückenschlag

Einen Wechsel ins Berufsfeld Natur: Das empfiehlt mir die Auswertung des Online-Fragebogens, den die Stadt Zürich anbietet. Der «Berufsfelder-Check» will Jugendliche bei der Berufswahl unterstützen; «Natur» ist eines von 22 Feldern. Von Vorteil für eine Entscheidung für diesen Bereich sind laut Fragebogen geschickte Hände, eine robuste Konstitution, Interesse an Tieren oder Pflanzen – und soweit bringe ich alles mit –, aber auch an naturkundlichen Fächern und am Umgang mit technischen Geräten sowie nicht zuletzt keine Scheu vor Putzarbeiten. Hier merke ich: Ein Karrierewechsel kommt für mich doch nicht in Frage.

Nicht weniger als 140 Lehren, Ausbildungen und Berufe führt berufsberatung.ch zum Feld Natur auf. «Klassische» Berufe wie Bauer, Tierärztin oder Gärtner zählt die Internetseite der Fachinstitution SDBB (Schweizerisches Dienstleitungszentrum Berufsbildung, Beruf-, Studien- und Laufbahnberatung) auf. Doch es gibt für Laien auch eher unerwartete Zuordnungen: etwa Mathematikerin, Hundecoiffeur oder Haushaltsleiterin. Und exotisch anmutende Berufe wie Jockey, Agrotreuhänderin und Tierheilpraktiker.

Unser Fokus gibt sich nicht ausgefallen, sondern bietet vertiefte Einblicke in einige dieser Berufe. Dabei zeigen sich Gemeinsamkeiten: Ob städtischer Wildhüter, Vogelkundlerin, Ingenieur im Wasserbau oder Biosaatgutproduzent, den porträtierten Fachleuten macht der Mensch zu schaffen. Der Mensch mit seinen Eingriffen in die Umwelt etwa, die nicht nur die Natur gefährden, sondern als Folge ihn selbst. Aber auch der Mensch mit seiner falsch verstandenen Liebe zu den Wildtieren – die sich wiederum auch für ihn gefährlich auswirken kann. Ein widersprüchliches Verhalten: rücksichtslos ausnutzend und übertrieben fürsorglich.

Dass es auch anders geht, zeigen die Porträtierten. Gemeinsam ist ihnen nämlich auch die Begeisterung für ihren Beruf; bei allen ist ihre Wertschätzung für Tier, Pflanze oder Element spürbar. Doch auch wir anderen, die unseren Arbeitstag nicht in diesem naturnahen Feld verbringen, suchen Anschluss zur Natur, sei es im Schrebergarten, beim Wandern oder in abenteuerlicheren Outdoor-Unternehmungen. Diesem Bedürfnis kommt eine wachsende Zahl von Freizeitaktivitäten-Anbietern nach. Mit Erfolg, wie die auf den nächsten Seiten vorgestellten Seilparkbetreiber zeigen.

 
 
 

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