HR Today | 04/2011 | Text: Sabine Schritt
Daniel Stoller-Schai: Zum einen möchte man Lernen näher an den Arbeitsplatz bringen, um den Zusammenhang und den direkten Nutzen für die tägliche Arbeit stärker in den Fokus zu stellen. Zum andern sind heute viele Teilnehmergruppen durch die Globalisierung so verstreut, dass gar kein Face-to-Face-Lernen mehr möglich ist. Dazu kommt, dass die meisten Arbeitsplätze immer wissensintensiver werden, auch in Zusammenhang mit den neuen regulatorischen Vorschriften. Bei uns hat aber auch die Tatsache unterstützend gewirkt, dass wir unseren Ausbildungsbereich effizienter und effektiver gestaltet haben.
Folgende Aspekte lassen sich mit
Workplace Learning verbessern:
• Skalierbarkeit von Trainingsmassnahmen
• Flexibilität bezüglich Regionen
• Verfügbarkeit unabhängig von Zeit und Ort
• Effizienz bei der Erstellung von Trainingsmassnahmen
Informelles Lernen, das ein Bestandteil von Workplace Learning ist, gab es eigentlich schon immer. Ausbildungsprozesse am Arbeitsplatz sind ebenfalls nicht neu. E-Learning kann eine Form sein, wie Workplace Learning umgesetzt wird. Wir setzen bereits seit 2002 E-Learning ein, damals aber noch stark fokussiert auf Web-based Training und E-Tests. Es gab wenige kollaborative und interaktive Angebote. Heute verstärken wir vor allem den Bereich des virtuellen Klassenraums und planen eine konzernweite Social-Computing-Infrastruktur, so dass wir vermehrt interaktives Lernen am Arbeitsplatz durchführen können.
Es braucht natürlich ein spezielles Training – aber nicht nur für ältere Mitarbeiter. Auch alle unsere Trainer, die Profis für Face-to-Face-Training sind, müssen
umdenken und sich umschulen lassen. Wichtig sind persönliche Erfahrungen mit onlinebasierten Lernanwendungen, insbesondere mit der Social-Computing-Platt- form, die wir demnächst bei der UBS einführen werden.
Der Fachbegriff lautet «Social Business Software». Es handelt sich dabei um eine «Facebook-ähnliche» Plattform für Unternehmen.
Seit der Einführung der UBS Business University im Januar 2010 wird vor allem ein businessorientiertes und modernes Lernangebot mit hoher Effizienz sichergestellt. Diese «Corporate University» ist eine virtuelle globale Organisation mit neun physischen Ausbildungsstätten und einer globalen Lernplattform, die in acht Sprachen zur Verfügung steht.