der arbeitsmarkt | 05.10.2010 | Text: Olaf Kühne
Philipp Bachmann, 36, Inhaber «Pro Fitness» Lenzburg
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Normalerweise gehe ich ausgeschlafen und entspannt zur Arbeit. Weil ich aber kurz vor der Wiedereröffnung meines Studios nach dem Umbau stehe, bin ich zur Zeit ziemlich im Stress. Ich denke oft, ob ich an alles gedacht habe, und was noch in letzter Minute schief gehen könnte.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Die vielen Blender in meiner Branche. Die, die in der Werbung mit ihren Powerplates und Schlank-in-30-Tagen-Wundermittelchen den Kunden alles versprechen und nichts halten. Wir dürfen den Frustrierten dann beibringen, dass es nicht ohne Fleiss und Disziplin gehen wird. Ein ganz anderes Problem vor allem bei jüngeren Kunden ist die zunehmende Unverbindlichkeit. Man macht mal ein Probetraining ab und erscheint einfach nicht. Das ist wohl die Generation Internet, die gelernt hat, dass man einfach irgendwo anonym klicken kann, und was dann dahinter geschieht, interessiert nicht.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Meine Selbstständigkeit! Ich kann laufend eigene Ideen verwirklichen, und wenn mal eine nicht funktioniert, bin ich nur mir selber Rechenschaft schuldig. Mit meinem eigenen Fitness-Studio habe ich mir vor elf Jahren einen Traum verwirklicht, auf den ich heute stolz bin.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Eigentlich nicht! Ich liebe meinen Beruf, und deshalb genügt es mir, dass ich mir nur zwei Wochen Ferien im Jahr leiste.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Nicht negativ. Ich habe der Krise rechtzeitig entgegengewirkt und zusammen mit einer Leasing-Gesellschaft ein Vertrags-Modell entwickelt, dass jetzt vor allem von den 20- bis 30-Jährigen gerne genutzt wird. Auch habe ich von der gestiegenen Arbeitslosenzahl profitiert, weil Erwerbslose sehr viel freie Zeit haben, und manche von ihnen diese nutzen, um Fitness zu machen.