der arbeitsmarkt | 19.08.2010 | Text: Hans Rechsteiner
Yvonne Jenni, 54, Personalfachfrau, Finanzprokuristin, Berikon
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Gut, locker und beschwingt. Ich freute mich auf den heutigen Arbeitstag. Auf
meinem Arbeitsweg nach Zürich-Altstetten hat mich das wunderbare
Alpenpanorama so locker und beschwingt gemacht. Ich fahre vom Mutschellen mit
dem Auto hin.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Der Führungsstil meiner Vorgesetzten ist leider «Führen mit Wissensvorsprung».
Sie geben sich als Geheimniskrämer. Ich werde zu spät oder zu ungenau informiert.
Das hindert mich, effizient zu arbeiten und meinen Tag gut zu planen.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Mein Job ist sehr abwechslungsreich und daher nie langweilig. Einerseits bin ich
Personalfachfrau in einem lebendigen Unternehmen - die Firma beschäftigt sich
mit der Personalisierung von Karten aller Art: Kredit-, Zutritts- und Firmenkarten
ebenso wie Personal-, Führerausweise, etc. Je nach Auftrag schwankt die Zahl der
Mitarbeitenden zwischen 40 und 70, notfalls arbeiten wir rund um die Uhr.
Anderseits bin ich im Bereich Finanzbuchhaltung bis und mit Vorabschluss
Jahresrechnung verantwortlich. Zudem führe ich die Buchhaltung einer externen
EDV-Firma und betreue je eine Wohnliegenschaft in Zürich und Würenlos.Hier
herrscht immer ein «Gstürm». Das brauche ich, sonst wäre es mir langweilig.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Da ich nur 80 Prozent arbeite, habe ich genug Freizeit. Die nutze ich zur Ausübung
meiner Hobbys wie unter anderem Pétanque, für Reisen in die weite Welt hinaus
und zur Pflege meiner Freundschaften.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Ich habe bei der Umstellung von 100 auf 80 Prozent Arbeitszeit meinen
persönlichen Lebensstil angepasst. Deshalb hat die Wirtschaftskrise auf mein
heutiges Privatleben keinen grossen Einfluss. Geschäftlich war eine spürbare
Zurückhaltung unserer Kundschaft im 1.Halbjahr zu spüren. Trotzdem:
Plastikkarten sind so krisenresistent wie sicher. Jeder hat mindestens eine.