der arbeitsmarkt | 19.08.2010 | Text: Sascha Tankerville

Blitzlicht

Tamara Lintsen, 39, Physiotherapeutin, Grenchen

Blitzlicht
Foto: Sascha Tankerville

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Gut. Die Strecke von der Wohnung zu meiner Praxis lege ich in der Regel zu Fuss
oder mit dem Fahrrad zurück, damit ich den Kopf lüften kann. Die Trennung von
Privatem und Beruflichem ist wichtig, so kann ich mich besser auf die Patienten
konzentrieren. Meistens freue ich mich schon vorab auf den Tag und die Klienten.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?

Ich ärgere mich immer wieder über die Macht der Krankenkassen. Sie bestimmen,
wie viele Behandlungen ein Klient bekommen darf. Die Basis, auf der die
Krankenkasse das entscheidet, ist aber oft unklar. Ein Vertrauensarzt der Kasse
trifft sie, der den Patienten meist nie gesehen hat.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Das selbständige Arbeiten, die Abwechslung und ganz besonders der Kontakt zu
den Klienten. Es ist sehr spannend eine Person ein Stück weit begleiten zu dürfen
und zu sehen, wie sie sich entwickelt und sich ihre Situation durch die Behandlung
verbessert.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?


Wer hätte das nicht gerne?

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


In der Praxis habe ich mehr Klienten. Wobei sich heute deutlich mehr Personen mit
psycho-somatischen Problemen bei mir melden. Viele haben Angst um ihre
Existenz. Das wirkt sich auf ihr körperliches Wohlbefinden aus. Sie kommen mit
Rückenproblemen, die wiederum Kopfschmerzen auslösen. Das zeigt eindrücklich,
wie Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden. Nur schade, dass viele das erst
jetzt in der Krise auf solch harte Art erleben.

 
 
 

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