der arbeitsmarkt | 19.08.2010 | Text: Andrea Duttwiler

Blitzlicht

Stefano Beti, Berufs- und Laufbahnberater, Rehaklinik Bellikon

Blitzlicht
Foto: Andrea Duttwiler

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Ich bin gut aufgestanden und fühlte mich gut. Nach zwei Tagen Abwesenheit freute
ich mich darauf, meine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen wieder zu sehen.
Auf dem Arbeitsweg dachte ich an die verschiedenen Pendenzen und dass ich
mich unbedingt daran erinnern müsse. Zudem ging ich grob den Tagesablauf durch.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?

Insbesondere die Schreibarbeit: Jede E-Mail will beantwortet werden und über
jeden Fall muss ich einen Bericht verfassen. Berichte zu schreiben, sollte aber
Freude machen, deshalb versuche ich stets, Berge zu vermeiden und die Übersicht
zu behalten. Ich bin lieber mit Menschen in Kontakt als allein vor dem PC zu sitzen.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Mir gefällt der Kontakt zu den verschiedensten Menschen, die sich in diversen
Lebenssituationen befinden, die teils finanziell, unfall- oder zukunftsbedingt
schwierig sind. Interessant ist auch die Zusammenarbeit mit den Leuten in den
Suva-Agenturen. Es finden regelmässig fallbezogene Gespräche statt, sodass
meine bereits kombinierte Berufs- und Arbeitsmarktberatungsfunktion durch die
Meinung, etwa von Case Managern, ergänzt wird. Zudem haben die Agenturen
verschiedene Blickwinkel, was letztlich ein abgerundetes Bild ergibt.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?

Wer nicht? Den Gedanken, dass es schön wäre, von 100 auf 80 Prozent zu
reduzieren, habe ich schon länger. In meiner Branche wäre das im Gegensatz etwa
zur Bau- oder Produktionsbranche Gott sei Dank auch möglich. Es ist aber im
Moment noch kein Thema.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?

Bis jetzt nicht riesig. Ich nehme die Krise eher als Beobachter der Reaktion anderer
Leute wahr. Ich war meist in antizyklischen Bereichen tätig, in denen es viel zu tun
gibt, wenn die Arbeitslosigkeit hoch ist. Da mich die viele Arbeit absorbiert, ist mir
die Krise weniger bewusst. Sie zeigt sich, wenn unsere Klienten zum Beispiel von
ihren Schwierigkeiten bei der Stellensuche berichten. Denn die Firmen sind in
Krisenzeiten weniger bereit, etwa Praktika für Menschen mit Einschränkungen
anzubieten. Hier kann ich zwar Support leisten, doch die Kontaktaufnahme mit
potenziellen Arbeitgebern und die Stellensuche bleiben Sache der Leute selbst.

 
 
 

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