der arbeitsmarkt | 15.06.2010 | Text: Simone Sonderegger

Blitzlicht

Diana Mathis, 44, Ausbilderin am Coop Bildungszentrum, Muttenz

Blitzlicht
Foto: Simone Sonderegger

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Gut. Ich habe mich darauf gefreut, nachdem ich einige Tage krank war, wieder zur Arbeit zu gehen. Heute holte mich eine Kollegin zuhause ab. Auf der Fahrt ins Geschäft haben wir den neuesten Büroklatsch ausgetauscht. Socializing ist wichtig!

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?


Ungerechtigkeit geht mir generell gegen den Strich. Ich finde es auch bedauerlich, wenn Mitarbeitende innerlich gekündigt haben. Das ist nicht nur verlorene Energie für das Unternehmen, sondern auch schade für die Menschen selbst. Die Lebenslust geht meiner Meinung nach verloren.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?


Am meisten Spass macht es mir, wenn die Teilnehmer meiner Kurse aktiv mitmachen und sich persönlich einbringen. Sie profitieren dann am meisten von den Fortbildungen. Es freut mich zu sehen, dass wir mit den verschiedenen Angeboten bei den Mitarbeitenden etwas bewegen können. Ich gebe Kurse, führe Workshops durch und coache einzelne Führungskräfte. Einer meiner Coachees geht heute zum Beispiel entspannter mit der hohen Arbeitsbelastung um. Im Coaching haben wir gemeinsam neue Strategien entwickelt. Seit er sich nicht mehr von seinen Verantwortlichkeiten und Terminen unter Druck setzen lässt, erledigt er seine Aufgaben viel effizienter. Er gibt sich heute auch im Privatleben viel entspannter. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie kleine Verhaltensveränderungen eine äusserst positive Wirkung erzielen können.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?

Mehr Freizeit ist immer attraktiv. Mein Arbeitgeber würde es mir ermöglichen, Teilzeit zu arbeiten. Im Moment arbeite ich aber gerne 100 Prozent. Vielleicht setze ich später einmal meine Vision um, neun Monate zu arbeiten und drei Monate zur freien Verfügung zu haben. Gerne würde ich längere Reisen unternehmen, verlängerte Wochenenden geniessen oder selbst Kurse besuchen.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


Gar nicht. Es nützt meiner Meinung nach ohnehin wenig, auf Panik zu machen. An meinem Arbeitsplatz herrscht keine Krisenstimmung. Mein Job ist mir recht sicher, sofern heute überhaupt noch von Sicherheit am Arbeitsplatz gesprochen werden kann. Ich habe privat im letzten Jahr eher mehr Geld ausgegeben als früher.

 
 
 

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