HR Today | 12/2006 | Text: Marianne Rupp

Wirtschaftlich handeln und dabei menschlich bleiben


Soziale Verantwortung übernehmen bedeutet nicht lediglich Hilfsprojekte unterstützen oder Schulen
bauen. Eine sozial verantwortliche Firma muss nach innen und aussen dieselben Werte leben. Eine
Umfrage zeigt, mit welchen Massnahmen Firmen ihrer Corporate Social Responsibility gerecht werden.

HR Today wollte von fünf unterschiedlichen Unternehmen wissen, mit welchen Projekten sie ihrer sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, der Umwelt, der Natur und den Mitarbeitenden gerecht werden. Die befragten Unternehmen haben offengelegt:
• mit welchen internen Massnahmen sie die CSR unterstützen und fördern,
• wer bei den Initiativen und der Umsetzung federführend ist,
• mit welchen Kanälen sie ihre Mitarbeitenden und auch die Öffentlichkeit über ihre Aktivitäten informieren.

Zudem wollte HR Today von ihnen wissen,
• wo sie den Unterschied zwischen CSR-Massnahmen und guter PR sehen,
• bei welchen Organisationen sie Mitglied sind,
• was CSR für sie überhaupt bedeutet.


Sozial verantwortlich seit dem Mittelalter «Soziale Verantwortung ist bei uns allgegenwärtig und war bereits der Gründerin unseres Spitals ein zentrales Anliegen», sagt Ursula Schaufelberger, Leiterin Direktionsbereich Personal im Inselspital Bern. Bereits Anna Seiler, Burgerin von Bern, hielt in ihrem Testament 1354 fest: «In diesem Spital sollen ständig dreizehn Bettlägerige und dürftige Personen aufgenommen sein sowie drei weitere ehrbare Personen, die den Dienst als Pfleger der armen Bettlägerigen versehen sollen…» Heute habe sich zwar im hoch spezialisierten, tertiärmedizinischen Umfeld vieles verändert, den Grundgedanken der Anna Seiler jedoch hätten sie stets weiterverfolgt, sagt Schaufelberger.
Das Inselspital hat diverse Programme entwickelt, die eine hohe Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine umweltbewusste und nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben. Das Critical Incident Reporting System beispielsweise ermöglicht dem Personal, Zwischenfälle im medizinischen Bereich anonym zu melden. Die Meldungen werden von einem Team aus verschiedenen Fachleuten bearbeitet, und sie suchen auch nach Lösungsvorschlägen. «Stolz sind wir auf unsere Nischenarbeitsplätze», sagt Schaufelberger. «Sie erlauben uns, auch Mitarbeitende weiter zu beschäftigen, die nicht mehr die volle Leistung erbringen können.» Eine offene Konflikt- und Fehlerkultur sei ebenso Teil der sozialen Verantwortung wie ein grosses Weiterbildungsangebot, Kindertagesstätten und ein Fitnesscenter. In diesem können Mitarbeitende zu verbilligten Konditionen unter Anleitung von Physiotherapeuten trainieren. «Den Lernenden bieten wir ausserdem die Lernwerkstatt an: Ein Übungsort, an dem sie berufliches Handeln weiterentwickeln können, beispielsweise Gesprächsführung oder besser mit technischen Vorrichtungen umgehen üben», erklärt Schaufelberger.
Auch die Umwelt ist ein Thema im Spital: Eine Ökologiekommission ist verantwortlich für die Schonung der Ressourcen, für ein gutes Entsorgungskonzept und eine schonende Bauökologie.
Schaufelberger zählt als externe Massnahmen unter anderem die Patientenombudsstelle, die Sozialberatung und das Seelsorgeangebot auf, drei Angebote, die allen Patienten zur Verfügung stehen. Und sie ergänzt: «Wir unterhalten zudem ein eigenes Care-Team für Patienten mit speziell traumatischen Erlebnissen, bei denen die medizinische Versorgung nicht reicht. Das Team setzt sich aus verschiedenen Fachleuten wie Psychologen und Theologen zusammen.»
Alle Instanzen des Inselspitals können selber aktiv werden, wenn sie Initiativen im CSR-Bereich ergreifen wollen. «Grössere Projekte müssen jedoch der Spitalleitung zur Genehmigung unterbreitet werden», präzisiert Schaufelberger. Die Massnahmen sind in der Unternehmensstrategie verankert, und die Federführung hat die Spitalleitung. Allerdings kann die Führung an einzelne Direktionen, Departemente oder Kliniken abgegeben werden.
Rund 6500 Mitarbeitende, unterschiedliche Berufsgruppen, variierende Arbeitszeiten und verschiedene Sprachen – das Inselspital benötigt mehrere Kanäle (und manchmal auch die Zusammenarbeit mit Übersetzern), um seine Mitteilungen allen zugänglich zu machen: Personalzeitung, Intranet, Beilagen im Lohncouvert, Infostände im Eingangsbereich und in den Personalrestaurants, spezielle Veranstaltungen wie etwa die viermal jährlich stattfindenden Konferenzen des leitenden Personals oder Grillanlässe für alle Mitarbeitenden. 
Das Inselspital Bern engagiert sich im WHO-Netzwerk «Gesundheitsfördernde Spitäler» und ist Mitglied bei der Schweizerischen Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung ÖBU (www.oebu.ch).



Vielfalt beim Zementhersteller «Corporate Social Responsibility kann nicht allein die Aufgabe des HRM sein. Wer die soziale Verantwortung nachhaltig wahrnehmen will, muss das in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und den Linienverantwortlichen tun», sagt Fritz Meyer, Leiter Human Resources Management bei der Holcim (Schweiz) AG. Die CSR-Politik von Holcim basiert auf sechs Säulen:
• Ethisches Geschäftsverhalten
• Fortschrittliche Anstellungsbedingungen
• Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
• Gesellschaftliches Engagement an den Standortgemeinden
• Korrektes Verhalten gegenüber den Kunden und den Lieferanten
• Ergebnisüberprüfung und Berichterstattung
 
Ein zentrales Anliegen ist die Gewährleistung von sicheren Arbeitsplätzen für alle Mitarbeitenden, einerseits in Bezug auf eine langfristige Erhaltung der Arbeitsplätze, andererseits in Bezug auf die Unversehrtheit. Viele Mitarbeitende verrichten körperliche Arbeit unter schwierigen Bedingungen. An jedem Standort hilft ein Sicherheitsverantwortlicher bei der Einhaltung und Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen. «Wir erfassen nicht nur die Unfälle, sondern auch die ‹Beinaheunfälle› oder gefährlichen Situationen, lernen laufend daraus und ergreifen entsprechende Massnahmen», sagt Meyer.
Die meisten externen CSR-Massnahmen stehen bei Holcim im Zusammenhang mit ihren Standortgemeinden: «Als Unternehmen, das natürliche Rohstoffe verwendet, grosse Anlagen betreibt und Verkehr verursacht, tragen wir der Natur und der Gesellschaft gegenüber beson-
dere Verantwortung», erklärt Meyer. Der Zementhersteller unterstützt deshalb an den Standorten soziale Institutionen, veranstaltet Tage der offenen Türen, steht regelmässig in Kontakt mit den Behörden – oder, wie in Hüntwangen, baute und schenkte der Gemeinde ein Open-Air-Theater. Holcim unterstützt zudem die Max-Schmidheiny-Stiftung, die mit Gymnasiasten Wirtschaftswochen durchführt, und gibt an einzelnen Standorten Stipendien für höhere Ausbildungen. «Wir sind überzeugt, dass Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Gesellschaft sehr viel nützen. Viele unserer Ländergesellschaften der Holcim betreiben oder unterstützen daher auch Kindergärten und Schulen», sagt Meyer.
Was externe CSR-Programme von PR-Massnahmen unterscheidet? «Wenn es eine Win-win-Situation für die beteiligten Partner ist, finde ich es nicht schlecht, dass gewisse Programme auch einen PR-Charakter haben im Sinne von ‹Tue Gutes und sprich darüber›», sagt Meyer. Eine gute Art, den Gedanken der sozialen Verantwortung durch persönliches Engagement ins Unternehmen zu transportieren, hat Meyer mit der Lancierung des Community Day gefunden: «Die Mitarbeitenden des Headoffice konnten aus vier Projekten eines auswählen, an dem sie einen Tag teilnehmen wollten: mit Behinderten den Zoo besuchen, einen Wohncontainer von Pfarrer Ernst Sieber, der die Stiftung Sozialwerke betreibt, anmalen, in einer Behindertenwerkstatt mitarbeiten, einen Waldrand aufräumen.» Der Tag wurde mit einem grossen Fest beendet, an dem jeder von seinen Erlebnissen berichten konnte. Meyer: «Es ist ideal, wenn externe und interne CSR-Programme so miteinander verschmelzen können.»
In die gleiche Richtung geht die Unterstützung des Projekts «Incluso» der Caritas Zürich, das sich für die berufliche Integration von jungen Migrantinnen engagiert. Die Mitarbeitenden in Zürich konnten sich freiwillig für ein Jahr als Mentor zur Verfügung stellen und den jungen Menschen bei der Lehrstellensuche helfen.
Interne CSR-Massnahmen sind Regelungen zum Schutz von Minderheiten, Gleichbehandlungsgrundsätze und «ein grosses Engagement im Lehrlingswesen. Wir können dieses Jahr 30 Prozent mehr Lehrstellen anbieten als 2005», sagt Meyer. Zudem gewährt der Zementhersteller unter anderem einen Mutterschaftsurlaub von 18 Wochen bei vollem Lohn, Stipendien für Mitarbeitende mit Kindern in der Ausbildung, Raucherentwöhnungskurse für Mitarbeitende und Angehörige.
Die Kanäle, durch welche die verschiedenen Massnahmen bekannt gemacht werden, sind intern durch Hauszeitung, Intranet, Anschlagbrett, Homepage. Zudem veröffentlicht Holcim alle drei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht und veranstaltet Informationstage.
Holcim ist Mitglied bei der Non-Profit-Organisation Philias (www.philias.ch), die zum Ziel hat, die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen zu fördern und zu entwickeln.



Fairer Handel als Kernaufgabe
«Das Ziel von CSR-Ansätzen muss es sein, Sozialverträglichkeit im Kerngeschäft eines Unternehmens zu verankern, insbesondere auch in der gesamten Beschaffungspolitik», definiert Jacqueline Born. Sie ist Personalverantwortliche der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) mit 25 Mitarbeitenden.
Die Max Havelaar-Stiftung ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die an der Schnittstelle zwischen Privatwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Die Stiftung erteilt ein Gütesiegel für fairen Handel gemäss international gültigen Standards. «Fairer Handel bedeutet stabile Preise für Produkte aus benachteiligten Regionen, verbesserte Arbeitsbedingungen, umweltschonende Produktion und Fair-Trade-Prämien für Projekte, über die Produzenten selber entscheiden», erklärt Born. Mit ihrem Gütesiegel will die Stiftung all jenen Organisationen ein konkretes Handlungsmittel bieten, die im Rahmen ihrer Beschaffungspolitik auf Sozial- und Umweltverträglichkeit achten. Die Gütesiegel gibt es im Detailhandel, im Grosshandel und in der Gastronomie, vor allem in Personalkantinen.
«Da die CSR unser Kerngeschäft ist, haben wir keine zusätzlichen externen Massnahmen», sagt Born. Intern versucht die Max Havelaar-Stiftung die Kerngedanken des fairen Handelns auch in ihrer Personal- und Lohnpolitik sowie in der internen Kommunikation abzubilden:
• Teilzeitarbeitsmodelle und Ko-Leitungsmodell auch auf Geschäftsleitungsebene: Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ganz allgemein einer besseren Work-Life-Balance
• Personalmitsprache: Recht auf Anhörung und Information
• Personalkommission: Recht auf Intervention und Mitwirkung
• Transparente interne Kommunikation über Geschäftsgang, Firmenstrategie usw.
• 16 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn, zwei Wochen Vaterschaftsurlaub bei vollem Lohn
• Betriebliche Kinderzulage für Mitarbeitende mit Kindern in Ergänzung zur obligatorischen Kinderzulage
• Transparente Löhne, gleiche Löhne für gleiche Arbeit
• Max Havelaar ist Mitglied bei der nachhaltigen Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse Stiftung Abendrot)
• Jedes Jahr wird eine Firmenretraite und ein Teamanlass organisiert
• Dezentrale Arbeitsplätze (Basel, Yverdon, Zürich) entlasten Mitarbeitende von langen Pendlerwegen
• Dienst- und Privatautos werden nicht benutzt: für Kundenbesuche usw. werden in der Regel die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt
• Ökologie im Büro: Abfalltrennung von Altpapier, PET, Metall usw.

Initiativen für interne CSR-Programme gehen von der GL, dem Stiftungsrat oder der Personalkommission aus. Die Aktivitäten werden an Quartalssitzungen, durch das GL-Protokoll oder per E-Mail bekannt gemacht.
Die Max Havelaar-Stiftung engagiert sich beim «Schweizer Forum Fairer Handel», ist
aber sonst bei keiner sozialen oder ökologischen Vereinigung dabei: «Wir wollen unsere Unabhängigkeit als Gütesiegelorganisation für den fairen Handel behalten», erklärt Jacqueline Born.



Fokus auf Gesundheit und Umwelt
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) erfüllt einen öffentlichen Leistungsauftrag, und dieser bildet die CSR der Bank. Er gliedert sich in drei Teilaufträge: Versorgung, Unterstützung, Nachhaltigkeit. «Der Versorgungsauftrag beinhaltet die Aufgabe, die Kantonsbevölkerung sowie bestimmte Kundengruppen, etwa KMU, mit Bankdienstleistungen zu versorgen», sagt Simon Furter, Mitarbeiter der ZKB-Unternehmensentwicklung und Leiter des Fachbereichs Leistungsauftrag. «Im Rahmen des Unterstützungsauftrages wollen wir im Kanton Zürich in den Bereichen Volkswirtschaft, Soziales und Umwelt einen Beitrag leisten. So finanzieren wir beispielsweise einen Teil des Baus des neuen ETH Sport Centers Science City. Bei diesem Engagement legen wir Wert darauf, dass es sich im Bereich Gesundheit und Sport bewegt.» Mit dem Nachhaltigkeitsauftrag will die ZKB wirtschaftliches Handeln mit sozialer und ökologischer Verantwortung in Einklang bringen. In diesen Bereich fallen Nachhaltigkeitsprodukte, die Partnerschaft mit dem Verein Minergie zur Förderung des ökologischen Bauens sowie die Betriebsökologie. Was die Betriebsökologie betreffe, so Furter, sei es das Ziel der ZKB, bis 2010 durch Energieeffizienz-Massnahmen den Einkauf von Ökostrom und Kompensationsprojekte die betriebliche CO2-Neutralität zu erreichen. «Externe CSR-Massnahmen sind auf Kontinuität ausgelegt und sollten einen langfristigen Nutzen für die beteiligten Stakeholder erzielen. Rein imageorientierte PR-Massnahmen sind bei der ZKB die Ausnahme», erklärt Furter.
Im Nachhaltigkeitsauftrag sind auch interne Aktivitäten enthalten. «Wir haben beispielsweise ein Kompetenzzentrum aufgebaut, das sich um Themen wie Diversity und Chancengleichheit kümmert. Es ist im HRM angesiedelt», sagt Furter. Ausserdem habe die ZKB den Bereich Gesundheitsförderung stark ausgebaut:
• Internetbasiertes Gesundheitsportal mit Selbst-Gesundheitscheck
• Vertrauensärztliche Checkups
• Psychologisches, unentgeltliches Unterstützungsangebot für Mitarbeitende in beruflichen oder persönlichen Belastungssituationen
• Seminar «Leistung und Gesundheit»
• Angebot zur flexiblen Pensionierung und zur Arbeitszeitreduktion für ältere Mitarbeitende
• Menüangebot Fit@Work mit maximal 500 kcal
• Antiraucher-Kursangebot, Raumkonzept Nichtraucher
• Kollektivkrankenkasse
• Eigenes ZKB-Sportzentrum

Der Leistungsauftrag bildet die Grundlage für die Gesamtbankstrategie der ZKB und ist im strategischen Führungssystem als eigenständiges Ziel mit entsprechenden Messgrössen verankert.
Interne Massnahmen werden von der Geschäftsleitung genehmigt, der bankinterne Steuerungsausschuss Leistungsauftrag (SALA) plant und koordiniert sie. Im SALA sind alle Geschäftseinheiten vertreten, drei Mitglieder nehmen zudem die Fachvertretung für die Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Soziales wahr.
Im Bezug auf CSR ist die ZKB aktives Mitglied in fünf Organisationen:
• UNEP FI: Selbstverpflichtung zur Umsetzung der UNEP-Erklärung der Finanzinstitute zu Umwelt und zu nachhaltiger Entwicklung (www.unepfi.org)
• ÖBU: Austausch zu Umweltthemen sowie Förderung des Umweltgedankens in Unternehmen (www.oebu.ch)
• Forum Nachhaltiger Geldanlagen: Förderung des Bewusstseins für nachhaltige Anlagen
(www.forum-ng.de)
• Energiemodell Zürich: Selbstverpflichtung
zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz
und Senkung der CO2-Emissionen
   (www.energiemodell-zuerich.ch)
• Verein Minergie: Förderung des ökologischen Bauens nach dem Minergie-Standard
   (www.minergie.ch)

Im Rahmen ihres Sponsoringengagements arbeitet die ZKB mit der WWF Sektion Zürich im Bereich Umweltbildung für Jugendliche zusammen. «Zudem engagieren wir uns mit der internationalen NGO Global Reporting Initiative GRI und anderen Banken an der Weiterentwicklung bestehender GRI-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Finanzdienstleistern», sagt Simon Furter.



Frühstück mit dem Chef
«Viele unserer Projekte im Bereich Corporate Social Responsibility laufen eher diskret im Hintergrund, ohne dass die breite Öffentlichkeit davon erfährt», sagt Hanspeter Brun. Er ist
Executive Vice President und Head HR der Siegfried Ltd. Der Lieferant und Dienstleistungsanbieter für die Pharmaindustrie in der ganzen Welt beschäftigt rund 1000 Mitarbeitende.
Siegfried unterstützt jährlich soziale Institutionen: «In Ost-Sri-Lanka etwa investierten wir 50000 Franken in ein Wiederaufbauprojekt, denselben Betrag schenken wir jährlich lokalen Vereinen in der Schweiz, hauptsächlich Jugendvereinen und kulturellen Institutionen», erzählt Brun. Auch der Umwelt will Siegfried Sorge tragen. So konnte die Firma ihre Chemieabfälle um über 10 Prozent und ihren Wasserverbrauch um über 25 Prozent reduzieren. «Es ist unser Ziel, bei Bevölkerung, Kunden und Mitarbeitenden einen guten Ruf zu haben», sagt Brun.
Intern kennt Siegfried diverse Massnahmen, um der sozialen Verantwortung nachzukommen wie beispielsweise:
• Kodex, der heikle Bereiche regelt: Es gibt nicht nur eine interne, sondern auch eine externe Anlaufstelle für Mobbing, sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Einhaltung der Gesetze und Weisungen
• Zusammenarbeitsvertrag mit dem Institut für Arbeitsmedizin in Baden, beispielsweise werden gratis Grippeimpfungen durchgeführt
• Zusammenarbeitsvertrag mit Movis, ein auf betriebliche Sozialberatung spezialisiertes Unternehmen, damit Mitarbeitende Budgetfragen und Fragen der internen Zusammenarbeit mit einer firmenexternen Person besprechen können
• Sozialplan, der ein faires Verhalten bei Restrukturierungen garantiert
• Eigene Pensionskasse
• Mitarbeitende können Produkte günstiger beziehen: Rund 30 Prozent sind Siegfried-Produkte, die übrigen betreffen Gesundheitsprodukte (Vitamine, Tee) oder Kosmetika, die in bestimmten Apotheken erhältlich sind

Die Initiativen für Programme können vom CEO und vom HR-Leiter Brun kommen, federführend bei der Durchführung ist meistens Brun in seiner Doppelfunktion als HR-Leiter und GL-Mitglied. Externe Programme hingegen entstehen auf die Initiative des Verwaltungsrates, des CEO oder der Leiter Kommunikation und Safety, Health and Environment. Diese Projekte werden von einem GL-Mitglied geleitet.
Die Kanäle für die Bekanntmachung der internen Programme oder auch der Resultate sind unter anderem die Personalkommission, das Anschlagbrett, Dialogmeetings und Frühstücksgespräche. «Bei den Dialogmeetings kommt eine ganze Abteilung zusammen, etwa Operations mit rund 200 Mitarbeitenden, und nach einer Präsentation ist die Runde offen für Fragen und Diskussionen», erklärt Brun. «Bei den Frühstücksgesprächen geht ein GL-Mitglied zusammen mit 12 bis 15 Mitarbeitenden morgen-essen. Ziel dieser Treffen ist, dass ein persönlicher Kontakt zwischen den Leuten entsteht. Die Mitarbeitenden werden per Los ausgewählt, und jeder soll innerhalb von drei Jahren einmal bei einem Frühstücksgespräch dabei sein können.»
Siegfried ist bei dem Responsible-Care-Programm der weltweit tätigen chemischen Industrie angeschlossen. Die Initiative hat zum Ziel, die Leistungen in den Bereichen Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern.
    

 
 
 

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