Montag, 17.05.2010
Bern (sda) In der Schweiz soll niemand weniger als 22 Franken pro Stunde verdienen. Das fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) mit der Mindestlohn-Initiative. Rund 60 SGB-Delegierte verabschiedeten am Montag in Bern den Initiativtext.
Das Volksbegehren will den Arbeitnehmenden ab 2011 einen Mindestlohn von 3800 Franken im Monat sichern. Ausnahmen sollen nur für Lehrlinge, Praktikanten, Familienbetriebe und Freiwilligenarbeit gelten, wie der SGB mitteilte.
Jeder zehnte Arbeitnehmende würde von der Mindestlohn-Initiative profitieren: Heute verdienten 400'000 Menschen weniger als 22 Franken in der Stunde, hielt der SGB fest.
Viele schlecht bezahlte Jobs gebe es heute in der Reinigungsbranche, der Textil- und Uhrenindustrie, in Teilen des Gastgewerbes und des Detailhandels sowie in Unternehmen und Branchen, die über keinen GAV verfügen, heisst es auf der Internetseite des SGB.
Der Königsweg zu gerechten Löhnen bleibt für den SGB der Gesamtarbeitsvertrag (GAV): Deshalb verlangt die Mindestlohn-Initiative von Bund und Kantonen, GAV mit Mindestlöhnen zu fördern. So sollen etwa öffentliche Aufträge nur noch an Firmen vergeben werden, die einen GAV einhalten.
Unterstützt wird die Mindestlohn-Initiative von der Gewerkschaft Unia und der SP. Die Unterschriftensammlung beginnt voraussichtlich im nächsten Herbst, wie SGB-Sprecher Ewald Ackermann sagte.