Mittwoch, 13.01 2010

Schaffung eines kantonalen Berufsbildungsfonds abgelehnt

Weinfelden TG (sda) Trotz Wirtschaftskrise rechnet der Thurgauer Grosse Rat nicht mit einem Lehrstellenmangel. Er lehnte deshalb am Mittwoch mit 90 zu 24 die Schaffung eines kantonalen Berufsbildungsfonds ab.

Die Einrichtung eines solchen Fonds zur Unterstützung ausbildender Betriebe hatten die SP-Ratsmitglieder Susanne Oberholzer und Walter Hungentobler mit einer Motion gefordert.
 
In der Diskussion standen die SP und ein Teil der Grünen als Fonds-Befürworter aber alleine. Alle anderen Parteien konnten einem solchen Fonds nichts abgewinnen.
 
Die Befürworter versprachen sich von der Einrichtung eines Fonds Unterstützung für jene Betriebe, die Lehrlinge ausbilden. Sie führten die bestehenden Fonds in anderen Kantonen als Beispiel an, dass eine solche Einrichtung auch ohne grosse Bürokratie möglich sei.
 
Auch könne man einen Beitrag von maximal einem Promille der Lohnsumme nicht als "Strafabgabe" bezeichnen. Anders sahen das die bürgerlichen Parteien.
 

"Pauschal und undifferenziert"

 
FDP-Kantonsrat Peter Schütz lehnte den Fonds ab, weil es genügend Branchenausbildungsfonds gebe. Zudem ziehe ein kantonaler Fonds "pauschal und undifferenziert" beim Gewerbe eine "Strafabgabe" ein.
 
CVP-Kantonsrat Christian Lohr erklärte, seine Partei habe ein "gesundes Vertrauen ins Thurgauer Gewerbe". Dieses bilde bereits bisher genügend Nachwuchs aus. Ein Lehrstellenmangel sei im Thurgau nicht auszumachen.
 
Darin waren FDP und CVP mit der Regierung einig. Diese hatte in ihrer Motionsantwort festgestellt, es gebe im Thurgau keinen Lehrstellenmangel. Trotzdem seien weiterhin Massnahmen nötig, um ein ausreichendes Lehrstellenangebot zu erhalten.
 
Ein kantonaler Berufsbildungsfonds sei dafür jedoch nicht geeignet. Dieser könnte gar einen negativen Effekt haben, wenn es nämlich für Unternehmen billiger sei, in einen Fonds einzuzahlen, statt selbst Lernende auszubilden.

 
 
 

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